Veranstaltungen

Der Unkostenbeitrag für die Veranstaltungen beträgt 5 Euro


Luther, Laokoon und der Papst

Zur künstlerischen Rezeption griechischer Skulpturen von der Renaissance bis in die Gegenwart

Für die Kenntnis und kulturelle Verbreitung antiker griechischer Statuen war die päpstliche Sammlung im Vatikan, besonders die Kollektion im Cortile del Belvedere, prägend. Dort befinden sich bis heute mit der Laokoongruppe, dem Apollon Belvedere und dem berühmten Torso die meistzitierten Capolavori des Altertums. Sie stehen deshalb auch im Zentrum des Vortrags.

Eine Durchsicht der verschiedenen Rückgriffe und Bezugnahmen zeigt beides:
wie die jeweilige Rezeption stets neue Perspektiven auf die künstlerischen Vorbilder eröffnet und so zu deren Interpretation wesentlich beiträgt – und zweitens, in welcher eigenen Zeit und geschichtlichen Bedingung die Nacheiferer zu sehen sind, z.B. der berühmte David von Michelangelo in Florenz.

Die Reihe der zu besprechenden Kunstwerke führt durch die Epochen der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und der Romantik, der aufbrechenden Moderne und des Expressionismus über die Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dabei begegnen Künstlerpersönlichkeiten wie Michelangelo und Dürer, Hendrick Goltzius, El Greco, Antonio Canova und Bertel Thorvaldsen, Adolph Menzel und Auguste Rodin, Karl Hofer und Pablo Picasso, Roy Lichtenstein, Maria Lassnig, Markus Lüpertz, Stephan Balkenhol und andere mehr.

Prof. Dr. Martin Flashar Archäologe, Kunstwissenschaftler, Autor, Studium der Klassisschen Archäologie, Lateinischen Philologie und Philosophie in Bochum, Heidelberg und Bonn, 1991 Promotion in Bonn, Habilitation in Freiburg 2oo3, Landeslehrpreis Baden-Württemberg 2oo5, 1999-2oo6 Kurator der archäologischen Sammlungen der Universität Freiburg.

Prof. Dr. Martin Flashar, Freiburg i.Br.
Mittwoch, 3. April 2o19, 19 Uhr 3o

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Was ist poetisches Sprechen?

Versuch einer Begriffsbestimmung am Beispiel griechischer und römischer Texte

Poetisches Sprechen erkennen wir leicht als Abweichung vom alltäglichen Sprachgebrauch. Lexikalische Besonderheiten und rhetorische Figuren aufzuzählen ist ein gern beschrittener Weg, sich dem Begriff des poetischen Sprechens zu nähern. Doch diese Mittel hat die poetische Sprache nicht exklusiv. Wenn man nicht nur äußerlich beschreiben, sondern tatsächlich verstehen will, was poetisches Sprechen ist, muß man sich dem Phänomen grundsätzlicher, und zwar von der Linguistik her annähern.

In dem Vortrag werden theoretische Ansätze vorgestellt, die sich dazu eignen, fundamentale Eigenschaften poetischer Sprache in Texten zu bestimmen. Einige der Modi poetischen Sprechens, die sich daraus ableiten, werden anhand griechischer und lateinischer Texte von Homer, Vergil, Ovid und einigen anderen analysiert, etwa der Modus der Anspielung, die „magische“ Eigenbewegung der poetischen Sprache, Gleichnisse und der Modus der Verdopplung. An den antiken Beispieltexten wird gezeigt, daß die Dichter versuchen, maximalen Abstand von einer informierenden Sprache zu nehmen, wie sie Sachprosatexten eigen ist.

Prof. Dr. Gerrit Kloss hat 1982-1989 in Göttingen, Tübingen und Florenz Klassische Philologie, Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft studiert und ist in Göttingen promoviert worden. Habilitiert hat er sich 1999 mit einer Arbeit über „Erscheinungsformen komischen Sprechens bei Aristophanes“ und ist seit 2oo2/3 in Heidelberg Nachfolger von Prof. Petersmann.

Prof. Dr. Gerrit Kloss, Heidelberg
Mittwoch, 15. Mai 2o19, 19 Uhr 3o

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