In eigener Sache

Die Lebendige Antike Ludwigshafen hat einen neuen Leiter gefunden. Solange Sie als ihre Sympathisanten zu ihren Veranstaltungen kommen, wird sie trotz den 65 Jahren, auf die sie im September zurückblicken kann, nicht aufhören.

Freilich braucht sie auch neue Helfer,

Wenn Sie selbst bereit sind, eine der Aufgaben zu übernehmen, oder wenn Sie jemanden kennen, bei dem Sie annehmen, daß er dazu bereit wäre, sind wir Ihnen für eine Nachricht dankbar.
Wenden Sie sich bitte an
Dr. Friedrich Kuntz
67454 Haßloch, Am Schlosser-graben 16c
kuntz_9934<at>hotmail.com

oder an
Dr. Frank Hennecke
67o61 Ludwigshafen
Herzogstraße 15
FrankHennecke<at>gmx.net

oder an
Peter Hüttel
67o71 Ludwigshafen
Teichrosenstr. 4
phuettel<at>akhuettel.de


Veranstaltungen

Der Unkostenbeitrag für die Veranstaltungen beträgt 5 Euro


Zweibrücken und der Humanismus

Exkursion zur Bibliotheca Bipontina (R. Anna)
Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (Dr. Ch. Glück)
Alexanderkirche (Pfarrer B. Bonkhoff)

Die schnellste und bequemste Fahrt ist die mit dem RE bis Homburg/Saar und von dort mit dem Bus in die Mitte von Zweibrücken (ZOB). Der Preis für die Hin- und Rückfahrt wird zwischen 7 und 9 € liegen. (Selbstverständlich können Sie auch mit dem Auto nach Zweibrücken fahren; in diesem Fall seien Sie bitte 1o vor 1o Uhr am Ziel, Bleicherstr. 3.)
Unsere drei Ziele liegen in der Stadtmitte (auch der ZOB):
- Die Bibliotheca Bipontina (Frau Rebecca Anna)
- das Stadtmuseum (Frau Dr. Charlotte Glück)
- die Alexanderkirche (Pfarrer Bernhard Bonkhoff).

Wenn wir mehr als 1o Personen sind, wird eine Gruppe von Frau Anna, die andere von ihrer Amtsvorgängerin, Frau Dr. Hubert-Reichling, geführt. Im Stadtmuseum wird Frau Dr. Glück uns das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken näherbringen. Danach wird Gelegenheit zum Mittagessen (nach eigener Wahl) und zum Besuch der Alexanderkirche sein.

Der Ursprung des Zweibrücker Humanismus liegt im Kloster Hornbach, aus dem Herzog Wolfgang das Gymnasium mit seiner Bibliothek gegründet hat. Über die „Zweibrücker Klassikerausgaben“(um 18oo) hat am 4. Aug. 2o19 die Rheinpfalz am Sonntag in einem Zweispalter berichtet.

Freundliche Einladung !

Mittwoch, 18. September 2o19
Treffpunkt: 7 Uhr 40 am Hauptbahnhof Ludwigshafen
alternativ für Teilnehmer, die ihre Fahrt selbst organisieren:
Treffpunkt vor der Bibliotheca Bipontina (neben dem Helmholtz-Gymnasium), Bleicherstraße 3 um 9 Uhr 45

Anmeldung für die Exkursion möglichst bald (wegen der Beschränkung der Teilnehmerzahl) entweder elektronisch:
kuntz_9934<at>hotmail.com,
oder postalisch:
Dr. Friedrich Kuntz
67454 Haßloch
Am Schlossergraben 16c
mit der Angabe, ob man am ermäßigten Fahrpreis partizipieren oder in eigener Regie fahren will.

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Die Wildnis im Stadthaus

Tierskulpturen in antiken römischen Gärten

Im Garten trifft der Mensch auf die Natur – jedoch nicht die wilde, freie Natur, sondern eine bezwungene, von ihm gestaltete. Gärten waren ein wichtiger Bestandteil römischer Wohnbauten, von den luxuriösen Villen auf dem Lande und ausgedehnten horti am Stadtrand Roms bis hin zu Stadthäusern – nicht nur in den wohlhabenderen domus, sondern sogar in den beengteren Wohnverhältnissen fand man Raum für einen kleinen Garten. Hier schufen Architektur, Wasserspiele, Pflanzen, Skulpturen, Mosaik und Malerei ein luxuriöses Ambiente für repräsentative Anlässe wie festliche Gastmähler.

Besonders interessant sind im Kontext römischer Gärten die Tierskulpturen. Tiere leben in der Natur, die Aufstellung der Statuen inmitten des Grüns spielt mit dem Wirklichkeitsgehalt von Plastik. In einem Garten wären aber die wenigsten der dargestellten Tiere real anzutreffen.

Haustiere und wilde Tiere, der Bereich der Jagd, ländliche Idyllen, Meeres- und Flußlandschaften, der dionysische Thiasos und andere Mythenwelten – das Spektrum der Themen war groß. Im Zusammenspiel mit den übrigen Elemen-ten des Gartens evozierten die Tierskulpturen ganz unterschiedliche, oft exotische oder sogar mythologische Landschaften im Garten. Auch Materialien und Formate variierten, von der kleinen Terrakottakröte bis hin zur lebensgroßen Jagdgruppe aus Marmor oder Buntgestein.

Die Tiere wurden allein, in Gruppen unter ihresgleichen oder in Interaktion mit Menschen und mythologischen Wesen gezeigt. Ergänzt durch die Interpretation von Schriftquellen verraten die Skulpturen nicht nur Interessantes über die Bedeutung einzelner Tiere, sondern auch über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

Julia Kruse Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium (2ooo), Studium der Klassischen Archäologie, Europäischen Kunstgeschichte sowie Ur- und Frühgeschichte in Heidelberg, Paris (Sorbonne).
Daneben Mitarbeit in Museen in Mannheim (rem), Heidelberg (Antikenmuseum und Abguß-Sammlung der Universität) und Karlsruhe (Bad. Landesmuseum).
2oo9-2o14 Öffentlichkeitsarbeit in der Studienberatung der Universität Heidelberg.
2o14-2o17 Öffentlichkeitsarbeit beim Landesamt für Denkmalspflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit Landesmuseum für Vorgeschichte Halle;
seit 2o18 Öffentlichkeitsarbeit im Pommerschen Landesmuseum Greifswald.
Dissertationsprojekt in Heidelberg bei Prof. Tonio Hölscher über Tierskulpturen in antiken römischen Gärten (in Arbeit).

Ein Hinweis zum 9. Oktober:
Wir würden uns an diesem Abend über besonders zahlreichen Besuch freuen, weil die Lebendige Antike Ludwigshafen dann vom bisherigen Leiter (seit 1985), Dr. Friedrich Kuntz, an den neuen Leiter übergeben wird. Herr Patrick Zegermacher, Studiendirektor und stell vertretender Schulleiter am Karl-Friedrich-Gymnasium, wird die Leitung freundlicherweise übernehmen. Die LAL kann in diesem Jahr zwar auf 65 Jahre ihres Wirkens zurückblicken, wird sich aber trotzdem nicht zur Ruhe setzen, im Gegenteil:
Im kommenden Jahr wird sie die Veröffentlichung der Lehrsammlung griechischer Münzen herausbringen und die 94 Münzen der Öffentlichkeit vorstellen.

Julia Kruse, Greifswald
Mittwoch, 9. Oktober 2o19, 19 Uhr 3o

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Spott, Kritik und Politik

Formen der Komik in der griechischen Komödie

Die griechische Komödie des 5. Jahrhunderts v. Chr., für uns vertreten durch die elf erhaltenen Stücke des Aristophanes, aber auch durch eine Vielzahl von Fragmenten verschiedenen Umfangs bezeugt, unterscheidet sich nicht nur vom Lustspiel der Neuzeit, sondern auch von der komischen Dichtung der Griechen und Römer seit dem Hellenismus.

Der Vortrag führt anhand von einigen ausgewählten Beispielen aus dem Werk des Aristophanes, aber auch seiner Zeitgenossen in die Besonderheit dieser Komödienform ein, die sich durch unzensierten Spott und Derbheit bis hin zur Obszönität, aber auch durch eine feinfühlige, im Gewand der Parodie vorgebrachten Analyse der ‚erhabenen’ literarischen Gattungen auszeichnet. Die Komödien des 5. Jahrhunderts sind nicht verständlich, wenn man die historische und politische Lage ihrer Aufführungszeit ausblendet. Deshalb wird der Vortrag die politischen Zustände, aus der die Komödien ihren Witz ziehen, in die Darstellung einbeziehen.

Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Zimmermann studierte in Konstanz und London Klassische Philologie und Alte Geschichte. Nach der Promotion (1983) und Habilitation (1988) lehrte er als Assistenzprofessor an der Universität Zürich und als Ordi-narius an der Universität Düsseldorf. Seit 1997 ist er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig. Er ist ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea und korrespondierendes Mitglied der Accademia Roveretana degli Agiati und der Akademie von Athen sowie Ehrendoktor der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Von 2oo1 - 2o11 war er Landesvorsitzender und von 2o11-2o15 Bundesvorsitzender des Deutschen Altphilologenverbandes. Seine Forschungsschwerpunkte sind die griechische Literatur der archaischen und klassischen Zeit, bes. die dramatischen und lyrischen Formen, sowie die Rezeption der antiken Literatur in der Neuzeit.

Prof. Dr. Bernhard Zimmermann, Freiburg im Breisgau
Mittwoch, 13. November 2o19, 19 Uhr 3o

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Tiryns: Ein mykenisches Machtzentrum Griechenlands

Gegenstand des Vortrags bildet der Zeitraum der Umformung der mykenischen Palastgesellschaften (13. Jh. v. Chr.) in jene der Nachpalastzeit (12. Jh. v. Chr.). Am Beispiel des mykenischen Palastzentrums von Tiryns (in der Argolis) soll eine Neuberwertung dieses historischen Wandlungsprozesses vorgenommen und dabei deutlich gemacht werden, daß eine pauschale Klassifizierung der Zeit nach 12oo v. Chr. als „Dunkle Jahrhunderte“ unzutreffend ist. Im Gegenteil lassen sich in Tiryns anhand neuester Ausgrabungsergebnisse erstaunliche Kontinuitätslinien zwischen den Jahrzehnten vor und nach der Zerstörung des Palastes um 12oo v. Chr. aufzeigen.

Der Referent ist 1985 bei Harald Hauptmann/Heidelbergpromoviert worden, hat sich als Kustos der ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen (1994-96) in Bonn habilitiert. Seit 1996 ist er ord. Professor an der Universität Heidelberg und Leiter des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie in Heidelberg.
Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts (2oo5 – 2o15),
Mitglied der Römisch-germanischen Kommission seit 2o16,
ord. Mitglied der Heidelberger Akademie der Wiss. seit 2oo6 und korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 2o13).
Den Ruf, als Erster Direktor der Abteilung Athen des DAI nach Athen zu kommen, hat er 2o12 abgelehnt.

Prof. Dr. Joseph Maran, Heidelberg
Mittwoch, 27. November 2o19, 19 Uhr 3o

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